Hollen-Online - Headergrafik

Link zu www.hollen.de
www.hollen.de

Logo Uplengen

 

 

Platzprobleme in der alten Kirche

Ausbau im Kirchenschiff

In den Jahren zwischen 1830 und 1840 - eine genaue Jahreszahl ließ sich nicht ermitteln - wurde über dem Chor ein Orgelboden angelegt" und eine Orgel für 1350 Mark beim Baumeister Janßen in Aurich gekauft. Beidseits des Instruments konnten insgesamt 12 Bänke mit je 4 Sitzplätzen eingebaut und so die Schwierigkeiten bei der Kirchenplatzvergabe verringert werden. Im Jahre 1853 wurden beide Fehnsiedlungen nach Hollen "eingepfarrt". Bereits ein Jahr später wurde an der Westseite der Kirche eine Empore errichtet, auf welcher sich 10 Bänke mit 74 Sitzstellen befanden. Damit waren alle Möglichkeiten für einen Einbau von Sitzplätzen im Kirchenschiff ausgenutzt.

Neuverpachtung der Kirchenplätze im Jahr 1890

Während die sogenannten alten Interessenten in Hollen in der alten Kirche Eigentumsrecht hatten, mußten die Colonisten sich ihre Sitze mieten. "Bei der raschen Entwicklung der Fehne zeigte sich mehr und mehr die Knappheit der Sitzplätze. In der Höhe der Miete kam das auch zur Erscheinung." Bei einer Neuverpachtung der Plätze im Jahre 1890 gingen zahlreiche Kolonisten leer aus. "Da meldete sich anderntags ein alter, resoluter Schiffskapitän aus Nordgeorgsfehn und bat um Überlassung eines Sitzes. Die Unmöglichkeit der Gewährung seiner Bitte ließ er sich bescheinigen." Er verfaßte eine Petition, ließ sie von 44 weiteren Kolonisten unterzeichnen und sandte sie an die Königliche Kirchen-Commission, die darin gebeten wurde für mehr Sitzplätze in der Hollener Kirche zu sorgen. Damit kam der Stein ins Rollen. "Er war nicht mehr aufzuhalten, und was von den "Alten" lange als eine Art "Schreckgespenst" angesehen, das trat nun in greifbare Nähe." So schreibt der Schulleiter, Küster und Organist Jürgen J. Schoone.

Diskussionen über Anbauten

Schon dreißig Jahre früher - zur Amtszeit von Pastor Elster (1858 - 1862) - begannen Verhandlungen über eine Vergrößerung der Kirche. Aber es blieb bei Verhandlungen. Nach der Eingabe der Kolonisten im Jahre 1890 an die Kirchenbehörde wurde der Hollener Kirchenvorstand zum Handeln aufgefordert. Es folgten nun lange Besprechungen. Diese wurden seitens der Mehrheit des Kirchenvorstands mit dem Ziele geführt, einen Anbau durchzusetzen. Ein Kirchenneubau sollte aus verschiedenen Gründen vermieden werden. Damals war im Kirchenvorstand das Stimmenverhältnis von Hollen zu den beiden Fehnen vier zu zwei. Die beiden Vertreter der Fehne. besonders Hauptlehrer Hemd aus Südgeorgsfehn, tendierten zu einem Neubau. Anfangs beschloß die Mehrheit einen Anbau an der Nordseite mit 253 Sitzplätzen. Weil dieser Kirchenflügel dem Gehöft von J. HaßeIer (heute: Park) zu nahe gekommen wäre, wurde das Projekt vom Kgl. Consistorium abgelehnt. Die dann erstrittene Alternativ ein Südflügel mit 150 Plätzen fand ebenfalls nicht die Zustimmung der Kirchenbehörde. weil die Anzahl der Sitzplätze als nicht ausreichend erachtet wurde. Erste Planungen für einen Neubau am alten Platze wurden wieder verworfen, als der Kostenvoranschlag eines Herrn Münchhof aus Aurich die stolze Summe von 101.000 Mark auswies. Man kehrte zu den Anbauprojekten zurück in der Hoffnung auf eine Meinungsänderung im Kgl. Consistorium. Dieses Gremium blieb aber bei seiner Ablehnung. Als auch eine persönliche Verhandlung des Consistorialpräsidenten Scheffer aus Aurich mit den Hollener Kirchenvorstehern zu keinem Ergebnis führte, wurden die Vorstandsmitglieder bei Androhung eines Strafgeldes in Höhe von 5 Mark pro Person gezwungen, den Consistorialbaumeister Geheimrat Hase aus Hannover zu einer Besichtigung der Kirche zu bitten und ein Gutachten erstellen zu lassen. Herr Hase "erklärte einen Anbau für unmöglich." Und damit war ein Schlußstrich gezogen.

Neubauplanung und Forderungen der Fehngemeinden

Nachdem sich nun jegliche Diskussion über Anbauprojekte erledigt hatte, wurde Baumeister Hase vom Kirchenvorstand gebeten, Bauzeichnungen und Kostenvoran- schlag für einen Neubau in Höhe von etwa 28.000 M anzufertigen. Das daraufhin von Herrn Hase ein- gereichte Projekt wurde nach "einigen unwesentlichen Änderungen angenommen. Die Kosten waren zu 33.700 M veranschlagt." Der Bau der neuen Kirche verzögerte sich aber vorerst noch. Die Vertreter der Fehngemeinden verweigerten eine Beschlußfassung über die Bauausführung. Sie forderten vorab eine Neuordnung des Kirchenvorstands. Durch das bestehende Stimmenverhältnis 4:2 fühlten die Fehnbewohner sich zu Recht benachteiligt. Aufgrund der damaligen Bevölkerungszahlen schlugen sie für die 3 Gemeinden je 3 Vertreter im Kirchenvorstand und Neuwahlen vor. Es gelang ihnen sich mit diesem Forderungen durchzusetzen. Dann begannen sie über die Verhandlung der Platzfrage. „Die Vertreter der Fehne wünschten einen neuen Bauplatz, weil sie nicht wollten, dass die Inhaber von Sitzstellen in der alten Kirche ihr Eigentumsrecht behalten sollten.“ Mit Datum vom 31. Januar 1893 wurden die Pläne vom Kgl Consistorium genehmigt. „Die Baupläne (62 Blatt) und die Bauleitung erforderten 3600 M“ schreibt Herr Schoone in einer Randnotiz.